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Long COVID und ME/CFS

Long COVID wird auch immer wieder in Zusammenhang gebracht mit dem sogenannten Chronic Fatigue Syndrom (chronisches Müdigkeitssynsdrom; derzeitige Bezeichnung: Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom, abgekürzt ME/CFS).

Die Myalgische Enzephalomyelitis/das Chronische Fatigue-Syndrom ist ein Erscheinungsbild mit stark eingeschränkter Leistungsfähigkeit und schwerer Fatigue (Erschöpfung), die auch nach Erholung nicht nachlässt. Je nach Schweregrad der Erkrankung ist es den Betroffenen nur mehr teilweise oder gar nicht mehr möglich, Aktivitäten auszuführen, die für ihr Alltagsleben notwendig sind. Das CFS kann durch eine Virusinfektion ausgelöst werden.

Ursachen und Entstehungsmechanismen von ME/CFS sind nicht ausreichend geklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass der Krankheit eine Fehlregulation des Immunsystems und des autonomen Nervensystems zugrunde liegen könnte. ME/CFS kann mit einer Reihe weiterer Multisystemerkrankungen, wie dem Mastzellaktivierungssyndrom oder der Small Fiber Neuropathie, einhergehen, die ebenfalls nur schwer zu diagnostizieren sind. Aber auch andere Ursachen bis hin zu psychosomatischen Phänomenen können im Einzelfall wichtig sein. Das macht eine ganzheitliche Betrachtung – von medizinischer Abklärung bis hin zu ganz persönlichen Aspekten – so wichtig.

Bei welchen Personen mit Long COVID ähnliche Mechanismen wie bei ME/CFS (z.B. Autoimmunphänomene) eine Rolle spielen, ist noch nicht ausreichend geklärt. Ziemlich sicher gibt es jedoch viele Long COVID Fälle, bei denen auch andere Ursachen z.B. spezifische Eigenschaften des Sars-Cov2-Virus eine Rolle spielen. Dazu gehören z.B.  beschriebene Veränderungen in Gehirnarealen, Blutgerinnungsstörungen, Lungenveränderungen oder Gefäßentzündungen. Daher sind eine differenzierte Abklärung und Betrachtung bedeutsam.